Die Neue Basis e.V

Landesverband Niedersachsen

Eingetragener Verein zur Selbsthilfe , Aufklärung und Beratung von suchtgefährdeten Menschen und Mitbetroffenen

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Sexualität und Alkohol 

 

Vielen Betroffenen ist es besonders peinlich, mit ihrem Therapeuten über diesen Aspekt ihrer Abhängigkeit offen zu sprechen. Das ist auch kein Wunder, denn Sexualität ist noch immer für viele Menschen ein Tabuthema. Sie haben moralische Skrupel, über „so etwas“ zu reden, oder wissen einfach nicht so recht „wie sie das Kind beim Namen nennen sollen“. Von daher antworten auch viele Patienten auf direkte Fragen ihres Therapeuten zur Sexualität eher ausweichend. ( „Solche Privatangelegenheiten gehören nicht in die Therapie“!) oder beschönigend ( „auf diesem Gebiet ist bei mir alles in Ordnung“). Lediglich an der Häufigkeit entsprechender Witze, vor allem zwischen männlichen Patienten, in einer therapeutischen Einrichtung lässt sich erkennen, dass diesem Thema erheblich mehr Bedeutung zukommt. Tatsächlich entsteht nämlich bei der Mehrheit aller Suchtkranken im Laufe ihrer Abhängigkeitsentwicklung auch Sexuelle Probleme.

Ein weiterer Grund dafür, dass selbst Betroffene, die erheblich unter einem sexuellen Problem leiden, wenig Sinn darin sehen, darüber mit ihrem Therapeuten zu sprechen, liegt in ihrer einseitigen Vorstellung über die Entstehung bzw. Behandlung ihres Problems. Viele Menschen vermuten nämlich bei einer sexuellen Störung sofort eine ausschließlich körperliche Ursache. Sie überschätzen beispielweise in diesem Zusammenhang den Einfluss von Hormonen und erwarten sich daher ausschließlich Hilfe von einem Arzt.

Andere setzen ihre ganze Hoffnung zu Unrecht auf sogenannte „Sexpillen“ oder „Liebestropfen“. Diese werden zwar oft in reißerischer Form in Illustrierten angepriesen („Aus dem Rückenmark wilder Stiere“ oder „Asiatische Liebeswurzel“), besitzen aber in der Regel keinerlei Wirkung bei sexuellen Problemen.

Und schließlich gehen viele Abhängige stillschweigend davon aus, dass sexuelle Probleme mit beginn der Abstinenz ganz von selbst lösen. Dies mag zwar manchmal durchaus zutreffend sein, in den meisten Fällen muss man aber doch etwas mehr tun, um ein sexuelles Problem überwinden zu können.

 

Schamgefühle oder falsche Vorstellungen über Sexualität tragen somit oft dazu bei, dass Alkohol oder Medikamentenabhängige auch während der Abstinenz weiter unter sexuellen Schwierigkeiten leiden, anstatt frühzeitig Hilfe durch ihren Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Dieses Kapitel soll dagegen Anstoß und Ermutigung dazu sein, dem Thema Sexualität in der eigenen Therapie den notwendigen Stellenwert einzuräumen. Im Einzelnen soll beschrieben werden, welche sexuellen Probleme im Laufe einer Abhängigkeitsentwicklung besonders häufig entstehen, welche Ursache diese haben können und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

 

Sexuelle Probleme bei Alkohol oder Medikamentenabhängigen

 

In verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich immer wieder gezeigt, dass die Mehrheit aller Alkohol und Medikamentenabhängigen auch sexuelle Probleme aufweist. Dem einzelnen nützt eine solche statistische Information aber in der Regel nur wenig, weil er sich unter dem Begriff „sexuelle Probleme“ alles mögliche, aber eben nichts genaues vorstellen kann. Wie gesagt besteht für viele Menschen eine Hemmschwelle, über ihre Sexualität offen zu reden, ja darin, dass sie nicht wissen, wie sie sich hierbei konkret ausdrücken sollen. Die folgende Beschreibung verschiedener sexueller Probleme soll daher eine offenen Aussprache erleichtern helfen. Einzelne sexuelle Probleme lassen sich am besten danach unterscheiden, in welchem Moment bzw. in welche Phase eines sexuellen Kontakts sie auftreten.

 

Annäherungsphase

 

Allein der Gedanke an Sexualität ist nicht für alle Menschen gleich angenehm oder verlockend. Manche Menschen leiden darunter, dass sie anders als „früher“ kaum noch sexuelle Annäherungsversuche unternehmen. Weil sie dann meist auch nur zögernd oder abweisend auf die sexuellen Bedürfnisse ihres Partners reagieren, entstehen dabei häufig Konflikte in der Partnerschaft. Je nachdem können für die Betroffenen hierbei ganz unterschiedliche Gefühle vorhergehend sein.

Beispielsweise empfinden viele Suchtkranke im Laufe ihrer Abhängigkeitsentwicklung eine zunehmende allgemeine sexuelle Lustlosigkeit. Ihr ganzes Leben kreist derart um ihr Suchtmittel, dass ihnen alles andere unwichtig oder überflüssig erscheint. Hauptsache, sie werden von ihrer Umwelt in Ruhe gelassen.

Vor allem alkohol- oder medikamentenabhängige Frauen berichten, dass sie sich von den sexuellen Wünschen ihres Partners belästigt fühlen ( „Er mir keine Ruhe, immer muss ich für ihn bereit sein, ständig denkt er nur an Sex“). Manchmal haben sich hierbei richtiger Ekel oder Widerwillen gegen Sex entwickelt.

Etwa ein Drittel aller suchtmittelabhängigen Männer berichten dagegen von Ängsten vor sexuellem Versagen oder Zurückweisung durch die Partnerin.

In der Regel entwickeln Betroffene mit sexuellen Problemen dieser Art ein entsprechendes Vermeidungsverhalten, das heißt, sie gehen sexuellen Kontakten mehr und mehr aus dem Weg. Müdigkeit, körperliche Erschöpfung, Kopfschmerzen, Sorgen um die Kinder bzw. andere Angehörige oder beruflicher Stress werden mit der Zeit zu scheinbar objektiven Gründen dafür, dass sich immer weniger Zeit für die gemeinsame Sexualität findet. Für manchen Abhängigen wird hierbei auch der Alkohol zu einer Art „Distanzmittel“, indem der Partner allein schon durch die allabendliche Alkoholfahne automatisch die Lust an sexuellen Kontakten verliert.

 

Erregungsphase

 

Voraussetzung für ein Lustvolles Erleben von Sexualität ist eine entsprechende körperliche sexuelle Erregung. Diese besteht beim Mann vor allem im Seifwerden seines Penis (sogenannte „Erektion“). Bei der Frau führt sexuelle Erregung unter anderem zu einem Feuchtwerden der Scheide, dem Anschwellen der Schamlippen und Hartwerden ihrer Brustwarzen. Sexuelle Erregung kann allein schon durch erotische Phantasien oder Abbildungen, vor allem aber durch Küssen, gegenseitiges Streicheln oder direktes Stimulieren der sexuell empfindlichen Körperzonen hervorgerufen werden. Tritt bei entsprechender Reizung keine sexuelle Erregung ein, obwohl beide Partner den Geschlechtsverkehr wollen, so spricht man bei der Frau von einer Erregungsstörung und bei einem Mann von einer Erektionsstörung.

Beispielsweise berichtet etwas über die hälfte aller alkoholabhängigen Frauen von dem Nachlassen ihres sexuellen Empfindens im Laufe ihrer Abhängigkeitsentwicklung. Ein sexueller Verkehr sei zwar durchaus möglich gewesen, das Erleben von sexueller Lust und Befriedigung habe aber an Intensität verloren.

Für den Mann bedeutet eine Erektionsstörung dagegen in der Regel, dass überhaupt kein Geschlechtsverkehr möglich ist, weil sein Glied nicht ausreichend steif wird, um in die weibliche Scheide eingeführt zu werden. Ungefähr ein Viertel aller männlichen Alkoholiker leidet unter entsprechenden Erektionsstörungen. Mit zunehmenden Lebensalter werden Erektionsstörungen bei Männern häufiger.

 

Einführung des Penis

 

Unter Umständen tritt eine Erektionsstörung auch erst beim Versuch auf, den Penis in die Scheide einzuführen. Bei Frauen kann mangelnde sexuelle Erregung dagegen eine Ursache dafür sein, dass Schmerzen oder körperliche Missempfindungen während des Geschlechtsakts auftreten. Unabhängig davon kann es zu einem Scheidenkrampf (sogenannter „Vaginismus“) kommen, sobald der Mann versucht, seinen Penis in die weibliche Scheide einzuführen. Es kommt hierbei zu einer Verengung des Scheideneingangs, was eine Einführung des Penis verunmöglicht.

 

Orgasmus

 

Die meisten sexuellen Probleme beziehen sich darauf, dass den betroffenen kein befriedigender sexueller Höhepunkt ( sogenannter „Orgasmus“) möglich ist. Frauen mit Orgasmusstörungen berichten zum Beispiel, dass sie trotz sexueller Erregung beim Geschlechtsverkehr selten oder nie einen sexuellen Höhepunkt erleben. Andere Frauen sind verunsichert, ob das Gefühl, Das sie beim Geschlechtsverkehr erleben, ein Orgasmus ist oder nicht.

Ungefähr ein viertel aller alkoholabhängigen Männer leidet unter einem vorzeitigen oder einem ausbleibenden Samenerguss. Manchmal ist auch ein Samenerguss ohne Lustgefühl möglich.

 

Zeit unmittelbar danach

 

Manche Menschen berichten, dass sie unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr unangenehme Gefühle, wie Angst, Ekel oder Scham empfinden, die nicht selten zu Konflikten in der Partnerschaft führen.

 

Die Entstehung von sexuellen Problemen bei Abhängigen

 

Die meisten Betroffenen vermuten beim Auftreten eines sexuellen Problems sofort eine körperliche Ursache. Sie fühlen sich derart nachhaltig in ihrem Selbstbewusstsein verunsichert, dass sie ihr sexuelles Versagen als eine Art körperlichen Defekt verstehen, auf den sie keinerlei Einfluss haben, für den sie damit aber auch keinerlei Verantwortung tragen. Viele Menschen reagieren daher ungläubig und verständnislos, wenn jemand behauptet, dass ihre sexuelle Störung lediglich psychisch bedingt sein soll. Sie empfinden dies keineswegs als Entlastung, sondern eher als zusätzliche Infragestellung ihrer Person („Ich bin doch nicht verrückt“).

Trotzdem: Bei Alkohol und Medikamentenabhängigen haben die oben beschriebenen sexuellen Probleme sehr oft keine körperliche Ursache.

Selbst wenn bei einer körperlichen Untersuchung eine organische Unregelmäßigkeit festgestellt wurde, kann eine psychotherapeutische Behandlung eines sexuellen Problems erforderlich und auch erfolgreich sein. Im folgenden soll daher näher erläutert werden, wie man sich dem psychischen Einfluss auf sexuelle Probleme erklären kann.

Grundsätzlich ist die Sexualität ein besonders störanfälliger und empfindlicher Lebensbereich. Der Mensch ist schließlich kein Sex Roboter, der in jedem Moment unter allen Bedingungen einen sexuellen Höhepunkt erleben kann. Hierzu bedarf es vielmehr jeweils geeigneter Außenbedingungen sowie eines Mindestmaßes an gegenseitigem Einfühlungsvermögen der Sexualpartner. Das sexuelle Erleben unterliegt außerdem in besonders starken Ausmaß allen persönlichen Gefühls- und Stimmungsschwankungen sowie der momentanen körperlichen Befindlichkeit. Insbesondere Angstgefühle oder innere Anspannung sind geradezu unvermeidbar mit sexueller Erregung und sexuellen Lustempfinden.

Aufgrund dieser vielen Störmöglichkeiten kommt es fast bei jedem Menschen gelegentlich zu sexuellen Misserfolgserlebnissen, bei denen es nicht wie gewohnt funktioniert. Wenn der Betroffene dies allerdings als persönliche Katastrophe erlebt oder einen größeren körperlichen Defekt bei sich befürchtet, wird er beim „nächsten Mal“ angespannt und ängstlich sein. Unter Umständen fühlt er sich unter erhöhtem Leistungsdruck, sich und dem Partner diesmal seine sexuelle „Funktionstüchtigkeit“ zu beweisen. Da aber Angst und  Anpassung ihrerseits die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes sexuelles Misserfolgserlebnis erhöhen, kann sich über diesen sogenannten Selbstverstärkungsmechanismus relativ rasch eine hartnäckige sexuelle Störung nach folgendem Muster verfestigen.

                                     Sexuelle Störung          Angst /Anspannung

Während somit eine sexuelle Störung ursprünglich relativ zufällig entstanden sein kann, hängt es entscheidend von der Reaktionsweise des Betroffenen und seinem Partner ab, ob sich hieraus ein dauerhaftes Problem entwickelt. Beispielsweise kann der oben genannte Selbstverstärkungsmechanismus dadurch verschärft werden, dass sich der Betroffene beim Geschlechtsverkehr zunehmend ängstlich selbst beobachtet oder Minderwertigkeitsgefühle entwickelt. Auch eine fordernde oder anklagende Haltung des Partners verschlimmert in der Regel eine sexuelle Störung. Hinzu kommt sicherlich, dass die zunehmende sexuelle Freizügigkeit unserer Gesellschaft auch immer höhere sexuelle Leistungsnormen und Ansprüche mit sich gebracht hat, die nun einer angemessenen Reaktion des betroffenen und seines Partners im Wege stehen könnte.

Besonders häufig entwickelt sich dieser Selbstverstärkungsmechanismus von sexuellen Störungen allerdings bei Alkohol- und Medikamentenabhängigen. Hierbei sind unter anderem folgende Zusammenhänge möglich:

 

Ab einer bestimmten Menge dämpfen Alkohol und Medikamente mit Suchtpotential auch ganz empfindlich alle sexuellen Reaktionen des Körpers. Selbst wenn der Betroffene beispielsweise unter Alkohol ein besonders starkes sexuelles Verlangen verspürt, kann seine körperliche sexuelle Erregung derart beeinträchtigt werden, dass kein Geschlechtverkehr oder sexueller Höhepunkt möglich ist.

Manche Menschen setzen die Wirkung von Alkohol oder Medikamenten ganz gezielt ein, um ihre sexuelle Erwartungs- oder Versagensängste zu verringern. Beispielsweise berichten viele Frauen, dass sie Alkohol zur Erleichterung sexueller Kontakte trinken. Männer versuchen häufig ihre übermäßige Erregung durch Alkohol zu dämpfen, um einen ansonsten vorzeitigen Samenerguss zu verhindern. In beiden Fällen kommt es dann nicht selten zu sexuellen Problemen mit Beginn der Abstinenz.

Eine Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit führt auf die Dauer immer auch zu Belastungen und Konflikten innerhalb der Partnerschaft. Wachsendes Misstrauen, abnehmende Zuneigung oder mangelnde Verständigungsmöglichkeiten zwischen den Partnern beeinträchtigen aber natürlich auch erheblich die gemeinsame Sexualität. Nicht selten werden hierbei sexuelle Probleme sogar zu einem wichtigen Austragungsort der Partnerkonflikte. Beispielsweise brechen zwischen vielen Partnern sofort wieder „alte Konflikte“ auf, wenn es beim ersten sexuellen Kontakt während oder nach einer Abhängigkeitsbehandlung „nicht klappt“.

Im Laufe einer Abhängigkeitsentwicklung verringert sich allmählich das Selbstwertgefühl des Betroffenen. Seine zunehmenden Schuldgefühle und Selbstzweifel stellen einen idealen Nährboden für das auftreten sexueller Störungen dar. Ebenso kann die zu Beginn der Abstinenz häufige Verunsicherung eines Betroffenen (z. B.. : „Werde ich als Alkoholiker noch akzeptiert?“) zu einer Quelle für überraschend auftretende sexuelle Probleme werden.

Viele suchtmittelabhängige Frauen waren in ihrer Kindheit oder Jugend sexuellen Missbrauch oder schwerer körperlicher Gewalt ausgesetzt. Die damit verbundenen Gefühle von körperlicher Ohnmacht, schwerer Demütigung und Vertrauensbruch sind für viele betroffene auch nach langer zeit nicht zu bewältigen und belasten damit nachhaltig die sexuelle Erlebnisfähigkeit.

Nicht selten sind sich die Betroffenen dieser Zusammenhänge nicht bewusst, aus Selbstschutz haben sie die quälenden Erinnerungen weitgehend aus ihrem Gedächtnis gestrichen.

Behandlungsmöglichkeiten von sexuellen Störungen 

 

Wie gesagt, viele sexuelle Störungen verschwinden nicht von allein, sondern werden durch den oben beschriebenen Selbstverstärkungsmechanismus immer  mehr verfestigt. Auch wenn es noch so schwer fällt, sollte man daher als Betroffener unbedingt aktiv werden und eine geeignete Behandlung aufsuchen. Nicht nur dass es für die Mehrzahl aller sexuellen Störungen wirksame Behandlungsmethoden gibt; offen über ein sexuelles Problem zu sprechen, bedeutet darüber hinaus vielfach schon den ersten Schritt aus dem Teufelskreis von Erwartungsangst und erneutem sexuellen Misserfolgserlebnis heraus.

Die erste Anlaufstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige sollte hierbei immer der eigene Therapeut in einer Abhängigkeitstherapie sein. In einem ausführlichen Gespräch wird er versuchen, gemeinsam mit dem Betroffenen das sexuelle Problem genauer zu bestimmen und mögliche Bedingungen für sein Auftreten herauszufinden. Aus diesen Informationen ergibt sich dann schon meist, ob zur Abklärung möglicher körperlicher Ursachen ein Arzt aufgesucht werden muss. Sehr oft haben sexuelle Störungen bei Suchtkranken allerdings, wie gesagt, kein körperliche Ursache.

In vielen Fällen können bereits einige Beratungsgespräche mit einem Therapeuten ausreichen, um die Erwartungsangst des Betroffenen durch entsprechende Informationen oder Ratschläge so weit abzubauen, dass der Selbstverstärkungsmechanismus durchbrochen und die sexuelle Störung damit überwunden werden kann. Die Chancen hierfür können durch eine Miteinbeziehung des Partners in die Beratungsgespräche wesentlich erhöht werden, weil unter Umständen nur durch eine offene Aussprache der Partner über die gemeinsame Sexualität gegenseitige Schuld- oder Versagensgefühle abgebaut werden können.

In anderen Fällen hat sich eine sexuelle Störung bereits derart verfestigt, dass den Betroffenen eine angstfreie sexuelle Wiederannäherung nur über mehrere, mit dem Therapeuten genau vereinbarte Schritte möglich ist. Hierbei ist dann eine gemeinsame Behandlung beider Partner bei einem entsprechend ausgebildeten Therapeuten notwendig. Unter Umständen sprengt dies den Rahmen einer Abhängigkeitsbehandlung und kann daher erst im Anschluss an diese geleistet werden.

Frauen, die Opfer von sexuellen Missbrauch oder körperlicher Gewalt wurden, erleben es meist als sehr befreiend, wenn sie nach oftmals jahrelangem Schweigen im Rahmen einer Therapie erstmals offen über ihr Erfahrungen sprechen und einen Zusammenhang zu ihren gegenwärtigen sexuellen Problemen herstellen können. Oft benötigen die Betroffenen aber eine längerfristige Einzeltherapie, um ein ausreichendes Vertrauen zu ihrem Körper und ihrer Umwelt nicht nur im unmittelbaren Bereich der Sexualität zu gewinnen. Auch dies sprengt unter Umständen den rahmen einer Abhängigkeitsbehandlung und kann dann erst im Anschluss an diese eingeleitet werden. 

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