Die Neue Basis e.V

Landesverband Niedersachsen

Eingetragener Verein zur Selbsthilfe , Aufklärung und Beratung von suchtgefährdeten Menschen und Mitbetroffenen

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Wissenswertes und Abschreckendes

Alkohol in der Geschichte

Alkohol gab es schon sehr fr√ľh, beispielsweise bei den alten √Ągyptern ca. 3000 vor Christi. Auch die Griechen und R√∂mer setzten Alkohol bei kultischen Handlungen ein, benutzten ihn aber auch als Genussmittel. Die R√∂mer begannen, Alkohol f√ľr medizinische Zwecke einzusetzen, beispielsweise bei der Seuchenbek√§mpfung etc. Cesars Soldaten mussten t√§glich einen Liter Wein trinken um ansteckenden Krankheiten vorzubeugen. Die R√∂mer brachten den Alkohol auch in unsere Breitengrade. Seit dem 11. Jahrhundert kennt man hier die Alkoholherstellung durch Destillation.

Alkohol (arabisch "Augenschminke" urspr√ľnglich "das Feinste") ist eine farblose, brennbare und brennend schmeckende Fl√ľssigkeit. Er wirkt desinfizierend, kann der Haltbarkeit von Lebensmitteln dienen und wirkt berauschend.

Alkohol in der Marktwirtschaft

Alkoholische Getränke gehören laut Gesetz zu den Lebensmitteln. Die Herstellung und der Handel von Wein, Bier und Spirituosen sind wichtige Bestandteile unserer Marktwirtschaft. Es gibt Gewinner und Verlierer, wie die folgende Aufstellung zeigt: Alkoholische Getränke.

  • bringen dem Staat ca. 3 Milliarden Euro Steuereinnahmen.
  • bewirken einen Werbe-Aufwand in H√∂he von ca. 1 Milliarde Euro (z.B. Werbe-Agenturen, TV-Werbung etc.)
  • machen ca. 1,8 Millionen Bundesb√ľrger alkoholkrank.
  • verursachen einen gesch√§tzten volkswirtschaftlichen Schaden in H√∂he von 8 bis 10 Milliarden Euro im Jahr (Unf√§lle, Produktionsausf√§lle etc.)
  • haben zur Folge, dass j√§hrlich ca. 2000 Kinder durch Alkoholmissbrauch ihrer M√ľtter mit zum Teil schweren Sch√§den geboren werden.
  • Angenommen Alkohol w√ľrde heute als "neue Droge" auf den Markt kommen, w√ľrde sie mit ziemlicher Sicherheit verboten werden :-)

Was heißt "Disposition zur Sucht"?

Es gibt Menschen, denen mangelt es an sozialen Fertigkeiten, wie beispielsweise Durchsetzungsverm√∂gen und Selbstbehauptung. Diese k√∂nnen auf einer pers√∂nlichen Schw√§che beruhen, aber auch durch seelische Verletzungen hervorgerufen werden. Diese Menschen kommen immer wieder mit sich selbst und anderen in Konflikt und leiden an sich selbst. Dadurch entstehen negative Gef√ľhle, wie Minderwertigkeit und Selbstzweifel.

Diese Menschen versp√ľren den Drang, etwas gegen ihre negativen Gef√ľhle zu unternehmen. Machen sie dann beispielsweise mit Alkohol die Erfahrung, dass sie sich dadurch besser f√ľhlen, m√∂chten sie das Gef√ľhl immer wieder erleben. Irgendwann tritt durch die Wiederholung eine Gew√∂hnung ein, die der erste Schritt in die Sucht ist.

Besonders gef√§hrlich ist es, wenn der betreffende Mensch in einem sozialen Umfeld lebt, in dem mit Suchtmitteln wie Alkohol relativ leichtfertig umgegangen wird. Ein solches Umfeld ist der ideale N√§hrboden f√ľr Suchtkrankheiten.

Wo hört "Genusstrinken" auf - wo fängt Missbrauch an?

Aus einem gesellschaftlichen Muss wird leicht ein gesellschaftliches Tabu. Fast √ľberall geh√∂rt es dazu, Alkohol zu trinken, sei es bei einem Empfang, einer Familienfeierlichkeit oder bei der Feier mit Freunden. Auf eine Geburt, auf eine Bef√∂rderung, ja sogar auch auf den bestandenen F√ľhrerschein wird mit Alkohol angesto√üen. Wer nicht mitmacht wird leicht zum Au√üenseiter. Aber was passiert, wenn f√ľr den ein oder anderen das Trinken zum Problem wird? Aus dem akzeptierten Gesellschaftstrinker wird leicht der abgelehnte Suchttrinker. Es wird f√ľr alle peinlich, man wendet sich von diesem Menschen ab, verheimlicht und vertuscht das Alkoholproblem.

In dem Moment, wo Alkohol als "Problemlöser" eingesetzt wird, kann die Sucht beginnen. Der Mensch kann ab einem gewissen Punkt seinen eigenen Alkoholkonsum nicht mehr steuern. Er hat den sogenannten Kontrollverlust, auf den wir noch mal an anderer Stelle intensiver eingehen werden.

Es ist nicht entscheidend, was und wie viel man trinkt. Es gibt Alkoholkranke, die t√§glich "nur" ihre "5 Bierchen" trinken. Sie sind ebenso abh√§ngig wie jemand, der t√§glich zwei Flaschen Schnaps ben√∂tigt. Denn in dem Moment, wo der "seelische Durst" mit Alkohol gestillt wird, handelt es sich um s√ľchtiges Trinken.

Chemie und Wirkung des Alkohols

Wir werden √∂fters gefragt, wie der Alkohol konkret auf den K√∂rper wirkt und was dabei eigentlich abl√§uft. Leider ist dieses Thema sehr schwer ohne Fachausdr√ľcke zu erkl√§ren - dennoch werden wir es versuchen auf allgemein verst√§ndliche Weise zu vermitteln.

Was ist chemisch eigentlich Alkohol?

In der organischen Chemie sind Alkohole eine ganze Gruppe mit der Endung "OH"  am Ende der Kohlenstoffkette. Alkohole (Alkanole) sind Kohlenwasserstoffverbindungen. Sie enthalten eine oder mehrere Hydroxylgruppen (OH), durch die sie in ihrer Wertigkeit gekennzeichnet sind - z.B. zweiwertiger Alkohol bei zwei OH-Gruppen.

Der einfachste Alkohol ist Methanol (Methylalkohol CH3OH). Ein anderer, vom Geruch her bekannter, ist Iso-Propylalkohol (C3H7OH). Dieser ist zum Beispiel in Haarwasser enthalten. Au√üerdem gibt es feste und mehrwertige Alkohole wie beispielsweise Glycerin. Wenn wir von Alkohol sprechen, meinen wir aber den sogenannten Trinkalkohol (√Ąthylalkohol C2H5OH). Auf nat√ľrliche Weise entsteht Alkohol durch die alkoholische G√§rung von Bakterien oder Pilzen (z.B. Hefe). Dabei werden Monosaccheride, Disaccheride oder Polysaccheride (Zucker) unter Ausschluss von Sauerstoff zu Alkohol dissimiliert (umgewandelt).

Je nach Verwendungszweck und Geschmack werden dem Alkohol dann Fruchtessenzen, Geschmacksstoffe oder Fusel√∂le f√ľr eine besondere Note beigegeben. Da alle hochprozentigen Alkoholl√∂sungen der Branntweinsteuer unterliegen, muss Alkohol f√ľr gewerbliche oder wissenschaftliche Zwecke unter Zollaufsicht "verg√§llt" (ungenie√übar gemacht) werden. Hierzu werden Methanol, Azeton, Petrol√§ther oder Salizyls√§ure zugesetzt. Die Verg√§llungsstoffe, die den Alkohol von der Branntweinsteuer befreien, sind leider nicht immer ungef√§hrlich, denn nicht selten kommt es vor, dass alkoholkranke Menschen in ihrer "Not" zu solchen Stoffen greifen.

Wie nimmt der menschliche Körper den Alkohol auf?

Alkohol wird im gesamten Verdauungstrakt, beginnend mit der Mundschleimhaut, sehr gut resorbiert (aufgenommen). √úber die Mundschleimhaut werden besonders schnell hohe Alkoholblutwerte erreicht, da der Alkohol hier die Leber umgeht. Die Alkoholresorbtion wird durch warmen Alkohol (z.B. Gl√ľhwein), durch Zuckerzusatz (z.B. Lik√∂r) und durch Kohlens√§ure (z.B. Sekt) wegen der verst√§rkten Magen-Darm-Durchblutung beschleunigt. Hingegen vermindern Nahrungsaufnahme, insbesondere Fette und Proteine die Geschwindigkeit der Alkoholresorbtion. Die Endg√ľltige Aufnahme bleibt aber die gleiche, sie geschieht nur langsamer.

Der Alkohol wird nach seiner Aufnahme √ľber das Pfortaderblut zur Leber transportiert und dort verstoffwechselt. In der Leber wird der Alkohol durch das Enzym Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd (CH3-CHO) abgebaut. Acetaldehyd f√ľrchten alle Trinker, denn das ist der Stoff, der den "Alkoholkater" macht. Acetaldehyd wird dann durch die Acetaldehydrogenase weiter abgebaut zu Acetat (CH3-COOH) bzw. Essigs√§ure. Die Essigs√§ure wird dann im ganzen K√∂rper den Energiestoffwechsel zugef√ľhrt und √ľber den Zitratzyklus und die Atmungskette zu Kohlendioxyd (CO2) und Wasser oxidiert. Hierbei entsteht Energie. Falls der K√∂rper keinen Energiebedarf hat, kann die Essigs√§ure auch in die Lipogenese eingeschleust werden (d.h. als Fett eingelagert werden).

Der Alkoholabbau durch die Alkoholhydrogenase ist mengenm√§√üig durch die Anzahl der vorhandenen Enzyme begrenzt. Pro 10 kg K√∂rpergewicht wird in einer Stunde 1 g Alkohol abgebaut. Die Enzymdichte der Alkoholhydrogenase kann nicht beeinflusst werden, so dass die Gew√∂hnung an gro√üe Alkoholmengen eine reine Gew√∂hnung des zentralen Nervensystems ist. Das bedeutet, der Alkoholiker, der zehnmal soviel trinken kann, hat auch die zehnfache Giftdosis im K√∂rper. Die schon erw√§hnten Zusatzstoffe im Alkohol (Fusel√∂le) werden ebenfalls √ľber die Alkoholhydrogenase abgebaut und verlangsamen die Alkoholentgiftung. Der Abbau von Acetaldehyd (der Stoff aus dem der Kater ist :-)) wird durch Zucker gehemmt. Deswegen ist der Kater beispielsweise nach Bowle besonders schlimm.

Ca. 5% des aufgenommenen Alkohols werden √ľber Urin, Schwei√ü und Atemluft ausgeschieden.

Wie wirkt der Alkohol im Gehirn?

Alkohol ver√§ndert in erster Linie die Stimmung. Dabei wirkt er in kleineren Dosen anregend, bei gr√∂√üeren Dosen eher hemmend. Der Trinkende f√§llt zun√§chst in einen euphorischen Zustand welcher bei weiterer Alkoholzufuhr in Erm√ľdung endet. Es gibt verschiedene Theorien, wie der Rausch zustande kommt, jedoch gilt bislang noch keine als erwiesen.

Trägheit: GABA (GammaAminoButterAcid) ist der wichtigste hemmende Überträgerstoff von Nerv zu Nerv (Synapsen). Seine Wirkung wird durch Alkohol verstärkt. Der Körper versucht gegenzusteuern, indem er die Rezeptoren vermindert.

Kr√§mpfe: Glutamat ist ein aktivierender Botenstoff. Unter dem Einfluss von Alkohol l√§sst seine Wirkung nach. Gegenregulation - es werden mehr Rezeptoren gebildet. Glutamat wird f√ľr Krampfanf√§lle im Entzugsdelirium verantwortlich gemacht.

Halluzination: Dopamin ist unter anderem ein wichtiger √úbertr√§gerstoff des limbischen Systems, das f√ľr unser Gef√ľhlsleben eine starke Bedeutung hat. Es verliert seine Wirksamkeit unter dauerndem Alkoholeinfluss. Bleibt der Alkohol aus (Entzug), scheint sich seine Wirkung aber zu √ľberschlagen - es kommt zu Halluzinationen.

Vergesslichkeit: Acetylcholin, ein wichtiger √úbertr√§gerstoff im gesamten K√∂rper. Seine Rezeptoren im Gehirn nehmen unter st√§ndigem Alkoholeinfluss ab. Das soll f√ľr "kognitive Defizite" verantwortlich sein - es kommt zu Fehleinsch√§tzungen und Ged√§chtnisschw√§che.

Unruhe: Der Sympathikusnerv, im autonomen Nervensystem, welches nicht willk√ľrlich beeinflussbar ist, f√ľr alle Alarmreaktionen (Stress) zust√§ndig, reagiert √ľberempfindlich, weil Rezeptoren, die ihn normalerweise bremsen, untergehen.

Wie wirkt der Alkohol im Körper?

Alkohol verteilt sich im gesamten Körperwasser. Er bewirkt ein verstärkte Magen-Darm-Durchblutung und eine vermehrte Sekretion von Salzsäure und Verdauungsenzymen. Diese Tatsache nutzt man beispielsweise mit einem Magenbitter nach einem fettreichen Essen.

Bei Herz- und Kreislauf wird die periphere Durchblutung angeregt, dadurch ist die Haut ger√∂tet und warm. Es wird als angenehme Wirkung des Alkohols empfunden, wenn man friert. Allerdings wird durch die vermehrte Hautdurchblutung auch vermehrt W√§rme abgegeben. So besteht zum Beispiel f√ľr obdachlose Alkoholiker im Winter die Gefahr des Erfrierens. Die chronische Gef√§√üerweiterung kann an Nase, Fingern und Zehen zu einer dauerhaften Aussackung der Gef√§√üe f√ľhren und so zu der so genannten "Schnapsnase".

In den Atemwegen kommt es zu einer Verstärkung der Atmung. Dies zeigt sich zum einen im vermehrten Japsen der Betrunkenen und zu lautem Schnarchen im betrunkenen Schlaf. Im präfinalem ("Vorendstadium") Stadium der Alkoholvergiftung setzt allerdings eine zentrale Atemlähmung ein.

In der Niere f√∂rdert der Alkohol zum einen den Grundumsatz der Nierentubuli und zum anderen selektiv die Nierendurchblutung, dies f√ľhrt zu einer verst√§rkten Diurese (Harnbildung), was den verst√§rkten Harndrang erkl√§rt. Trotz dieser nierenanregenden Wirkung ist die Bierempfehlung beim Nierensteinpatienten unter dem Aspekt des Alkoholismus nicht unumstritten.

Beim Mann kommt es durch den Alkohol zu einer Steigerung der Libido (sexuelles Verlangen), aber zu einer verminderten Erektionsfähigkeit.

In der Leber kommt es durch die Entgiftungsfunktion zum Teil zur √úberlastung des Leberstoffwechsels und durch die hohe Alkoholkonzentration auch zur toxischen Zellsch√§digung. Dies f√ľhrt anfangs zur Leberzellverfettung, sp√§ter dann zur Fettleber-Hepatitis und in der Folge durch Zerst√∂rung der L√§ppchenstruktur der Leber zur Leberzirrhose. Die Folgen der Leberzirrhose bestehen dann im Ausfall der Leber als wichtigste K√∂rperdr√ľse, und zwar sowohl f√ľr die Blutbildung (Transportproteine, Gerinnungsfaktoren, Energiestoffwechsel) und f√ľr die Verdauung (Gallens√§uren) und Ausscheidung von Giftstoffen. Aufgrund dieses Ausfalles kommt es zur Ascites (Bauchwassersucht) und zur langsamen Vergiftung des K√∂rpers mit Stoffwechselschrott bis hin zum Leberkoma.

Am Magen-Darm-Trakt kommt es durch die dauerhafte Alkoholwirkung zu chronischen Entz√ľndungen (Gastritis und Enteritis), was wiederum die normale Nahrungsverwertung einschr√§nkt.

Der wichtigste Angriffspunkt ist das zentrale Nervensystem (ZNS). Im ZNS kommt es je nach Alkoholdosis zu verschiedenen Wirkungen. In geringen Dosen werden eher hemmende Zentren des ZNS gehemmt, dadurch kommt es zur psychischen Auflockerung, zur Fr√∂hlichkeit, Redseligkeit und auch zur Selbst√ľbersch√§tzung. Diese Wirkungen, die schon bei geringen Alkoholdosen auftreten, sind ja manchmal ganz nett, aber unter dem Aspekt einer psychischen Krankheit oder des Stra√üenverkehrs schon gef√§hrlich. K√∂rperlich sichtbare Folgen dieser "Enthemmung" sind auch schon erste Gangst√∂rungen bei 0,3 Promille oder einer Einschr√§nkung des Gesichtsfeldes bei 0,4 Promille. In h√∂heren Alkoholdosen kommt es zur Hemmung von erregenden Zentren des ZNS, wodurch es zu Koordinationsst√∂rungen, Sprachst√∂rungen, zur Verl√§ngerung der Reaktionszeit, zu St√∂rungen in der optischen und akustischen Wahrnehmung kommt. In diesem Rauschzustand sinkt die Muskelleistung und man findet eine fatale Diskrepanz zwischen der eigenen Einsch√§tzung der Leistungsf√§higkeit und der Realit√§t. Bei 1,4 Promille liegt ein kr√§ftiger Rauschzustand vor, bei 2,0 Promille ist das Bewusstsein stark eingetr√ľbt und hier fehlt dann auch meist das Erinnerungsverm√∂gen, was f√ľr den Betroffenen zum Teil peinlich sein kann. Bei 4,0 bis 5,0 Promille liegt die t√∂dliche Grenzkonzentration, die beim "normalen Menschen" √ľber die Atemdepression und das Koma zum Tode f√ľhrt. Der "trainierte" Alkoholiker kann durch die Gew√∂hnung des ZNS sehr viel h√∂here Promillewerte vertragen, wobei das Gehirn den hohen Alkoholwert scheinbar nicht wahrnimmt, aber die anderen Organe wie Leber, Nieren und Gef√§√üe nat√ľrlich erheblich vergiftet werden. Das Gehirn gew√∂hnt sich an die dauerhafte Blockade der erregenden Zentren, so dass der Alkoholkranke im n√ľchternen Zustand h√§ufig √ľber Koordinationsst√∂rungen (Zittern), √úbelkeit, Erbrechen, Unwohlsein, Konzentrationsst√∂rungen oder Schlaflosigkeit leidet.

Folgen (chronischen) Alkoholmissbrauchs

Alkoholvergiftung (akute Alkoholintoxikation)
Bei einer Blutalkoholkonzentration von etwa 3 Promille und mehr bieten die meisten Menschen das Bild einer schweren Alkoholintoxikation. Allerdings kann die Vertr√§glichkeit von Alkohol je nach Toleranzlage schwanken. Ab 5 Promille ist in der Regel mit einem t√∂dlichen Ausgang zu rechnen, sofern nicht unverz√ľglich kompetente Behandlung einsetzt.

Entzugserscheinungen (Alkohol-Entzugssyndrom )
Entzugserscheinungen treten auf, wenn der "nasse Alkoholiker" seine Alkoholzufuhr unterbricht oder einschränkt. Sie zeigen sich in unterschiedlichen Schweregraden. Folgende Symptome können auftreten: Magen-Darm-Störungen (Brechreiz, Durchfälle), Schlafstörungen, starkes Schwitzen, Neurologische Störungen (Zittern, Sprachstörungen, epileptische Anfälle, starke Nervosität), Psychische Störungen (Unruhe, depressive Verstimmungen, Angstzustände, Halluzinationen, Bewusstseinsstörungen), Delirium.

Alkoholdelir (Delirium tremens)
Das Delirium ist die schlimmste Alkoholentzugserscheinung. Es kann aber auch bestehendem hohen Blutalkoholspiegel auftreten. Das Alkoholdelir stellt eine lebensbedrohliche Krankheit dar und bedarf sofortiger station√§rer Behandlung! Anzeichen eines Delirs: Bewusstseinsst√∂rungen, Angstzust√§nde, Starkes Zittern, epileptische Anf√§lle und Halluzinationen (die ber√ľhmten wei√üen M√§use).

Persönlichkeits- und Hirnleitungsveränderung (organisches Psychosyndrom)
Zeigt sich durch St√∂rungen des Ged√§chtnisses, der Feinmotorik, der Aufmerksamkeit und Konzentrationsf√§higkeit. In schweren F√§llen k√∂nnen St√∂rungen der Antriebsleistung und Depressionen auftreten. Bei strikter Abstinenz kann sich dieses Krankheitsbild wieder zur√ľckbilden. Denkst√∂rungen, Vergesslichkeit, gest√∂rte Realit√§tswahrnehmung, Psychosen.

Schädigung der Nervenbahnen (Alkohol-Polyneuropathie)
Diese St√∂rungen treten bei ca. 20% der Alkoholiker auf. Erkennbar beispielsweise durch Taubheitsgef√ľhle und "Ameisenkribbeln" vor allem in den Beinen, Empfindungsst√∂rungen, Muskelschw√§che- und Kr√§mpfe sowie Nervenschmerzen. Auch der bei Alkoholikern oft zu beobachtende tapsige unsichere Gang ist darauf zur√ľckzuf√ľhren.

Magenschleimhautentz√ľndung (Gastritis)
Durch die st√§ndige Reizung der Magenschleimhaut, besonders durch hochprozentige Getr√§nke, kann es zur Gastritis kommen. Sie zeigt sich durch Oberbauchschmerzen, √úbelkeit und Erbrechen, Erbrechen von dunkelrotem Blut, Teerstuhl. Bei dauernder Sch√§digung kann es dadurch zu Magengeschw√ľren kommen.

Entz√ľndungen der Bauchspeicheldr√ľse (akute oder chronische Pankreatitis)
G√ľrtelf√∂rmige Oberbauchschmerzen, Darmverschluss, Kreislaufversagen, Nierenversagen und auf Dauer gesehene Gewichtsabnahme kennzeichnen dieses Krankheitsbild. Diese Entz√ľndungen enden meistens t√∂dlich.

Speiseröhre
Venen in der Speiseröhrenwand erweitern sich zu Krampfadern (Varizen) und können platzen. Der Betroffene kann verbluten.

Lebererkrankungen allgemein
Die alkoholbedingte Fettleber stellt das fr√ľhe Stadium alkoholbedingter Lebererkrankungen dar. Zun√§chst verursacht die Fettleber keine Schmerzen oder Beschwerden. Bei einem st√§rker ausgebildeten Krankheitsbild entstehen Druckgef√ľhl und Schmerzen im Oberbauch sowie V√∂llegef√ľhl. Heilung ist jetzt noch durch absolute Alkoholabstinenz m√∂glich. Bei der Leberentz√ľndung (Hepatitis) sterben im Rahmen eines entz√ľndlichen Prozesses Leberzellen ab. Es gibt allerdings verschieden verlaufende Formen der Hepatitis. So beispielsweise die akute Alkohol-Hepatitis, bei der sich innerhalb weniger Tage ein Leberkoma entwickeln kann.

Leberzirrhose
Diese Erkrankung ist unheilbar. Die alkoholbedingte Leberzirrhose kann besonders im Fr√ľhstadium beschwerdefrei verlaufen. Bei dieser Krankheit sterben Leberzellen ab und werden durch einfaches Gewebe ersetzt. Die Krankheitszeichen im fortgeschrittenen Stadium sind vielseitig (Vergr√∂√üerung von Milz und Leber, Gelbsucht, Wei√üfleckung der Haut, Bauchwassersucht etc.). Durch rechtzeitige Abstinenz und Di√§tma√ünahmen kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt werden.

Blutgefäße
Bei regelm√§√üigen starken Alkoholkonsum werden die Blutgef√§√üe gesch√§digt. Es bilden sich unangenehme H√§morrhoiden. Au√üerdem kommt es zu verst√§rkter Krampfaderbildung. Krampfadern in der Speiser√∂hre gelten als besonders gef√§hrlich, weil diese beim Aufbrechen zur inneren Verblutung f√ľhren k√∂nnen. Au√üerdem f√∂rdert Alkoholkonsum die verfr√ľhte Arterienverkalkung.

Krampfanfälle
Die Anfälle gleichen denen der Epilepsie. Sie treten häufig bei plötzlichem Alkoholentzug auf (allein oder als Begleiterscheinung eines Deliers). Es gibt auch "nasse" Krämpfe während der Trinkphase. Ist einmal ein Krampanfall aufgetreten, bleibt die Neigung dazu chronisch. Bei jedem epileptischen Anfall kommt es zu einem Massensterben von Gehirnzellen.

Korsakow-Syndrom
Damit bezeichnet man die schwerste Form der Gehirnschädigung durch Alkohol. Benannt wurde diese Krankheit nach dem russischen Psychater Sergei Korsakow, der diesen Zustand erstmals 1854 beschrieb. Durch das Absterben bestimmter Gehirnregionen erleidet der Betroffene einen weitgehenden Gedächtnis- und Orientierungsverlust. Dieser Zustand ist auch durch Abstinenz kaum noch heilbar.

Wundheilung
H√§ufige Verletzungen durch Unf√§lle und Gewaltt√§tigkeiten. Die Wundheilung ist stark beeintr√§chtigt. Das gilt auch f√ľr Operationen, bei denen die Komplikationsrate stark erh√∂ht ist.

Fortpflanzung
Schäden an Hoden und Eierstöcken. Reduzierte Fruchtbarkeit bei Mann und Frau. Kinder von alkoholkranken Frauen können schon bei der Geburt körperlich und geistig behindert sein.

Herz
Herzmuskelentz√ľndungen (Kardiomyopathie) werden wegen des schleichenden Beginns meist erst sp√§t entdeckt. Pumpschw√§che (Herzinsuffizenz), Rhythmusst√∂rungen.

Krebsrisiko
Alkohol schädigt die Reparaturmechanismen der Chromosomen. Besonders gefährdet sind Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen Darm. Allgemeines Krebsrisiko ist verdoppelt.

Diese Aufz√§hlung ist nur ein Ausschnitt von dem, welche Folgen √ľberm√§√üiger Alkoholkonsum haben kann. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollst√§ndigkeit.

 

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