Die Neue Basis e.V

Landesverband Niedersachsen

Eingetragener Verein zur Selbsthilfe , Aufklärung und Beratung von suchtgefährdeten Menschen und Mitbetroffenen

  • Kann der Gehalt in alkoholfreiem Bier einen trockenen Alkoholiker gefährden?
  • Die Gefahren für trockene Alkoholiker lauern überall: Wein, Bier und Schnaps sind überall erhältlich. Auch alkoholfreies Bier enthält eine geringe Menge Alkohol. Kann es bei trockenen Alkoholikern zum Rückfall führen?
  • Die Gefahren für trockene Alkoholiker lauern überall: Wein, Bier und Schnaps sind in unserer Gesellschaft kulturell verankert und im täglichen Leben allgegenwärtig. Um einen Rückfall zu vermeiden, braucht es daher viele Wochen Therapie und einen starken Willen.
  • Nicht wirklich alkoholfrei
  • Auch alkoholfreies Bier kann für einen trockenen Alkoholiker zur Gefahr werden. Das liegt zum einen daran, dass nicht jedes alkoholfreies Bier tatsächlich alkoholfrei ist. Laut Lebensmittelrecht darf es bis zu 0,5 Prozent Alkohol enthalten und sich trotzdem alkoholfrei nennen. Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch kritisiert das längst. Aber auch in Malzbier ist oft noch ein Rest an Alkohol. Wirklich alkoholfrei ist der sogenannte Malztrunk.
  • Die Gefahr lauert woanders
  • Doch 0,5 Prozent Alkohol reichen nicht aus, um einen alkoholkranken Menschen direkt wieder abhängig zu machen – zumindest nicht körperlich. Es ist viel mehr die Psyche, die trainiert werden muss, um einen Rückfall zu vermeiden. Alkohol war für den abhängigen Menschen lange der einzige Lebensinhalt, ein "bester Freund". Ihn nicht mehr zu konsumieren, fällt auch Wochen und Monate nach dem Entzug noch schwer.
  • Bier ist gleich Bier
  • Selbst wenn alkoholfreies Bier tatsächlich komplett ohne Alkohol auskommt, kann es einen Alkoholiker gefährden. Das Geräusch beim Öffnen, die Form der Flasche, der Geruch, der Hopfen-Geschmack – all das erinnert stark an die abhängige Zeit und das richtige Bier. Legitimiert sich der suchtkranke Mensch ein alkoholfreies Bier, ist der Weg eventuell nicht mehr weit zum normalen Bier. Nach dem Motto: Das alkoholfreie Bier hat mir nicht geschadet, also kann ich auch wieder richtiges Bier trinken.
  • Die Sehnsucht nach dem alten Leben
  • Viele trockene Alkoholiker trauern in der Anfangsphase ihrem alten Leben hinterher. Sie brauchen neue Freizeitbeschäftigungen, um zu erkennen, dass das Leben auch ohne Alkohol Spaß macht. Viele ziehen den Trugschluss, irgendwann wieder kontrolliert Alkohol trinken zu können, ohne wieder süchtig zu werden. Das alkoholfreie Bier kann daher der erste Schritt in den Selbstbetrug sein. Tatsächlich ist die Alkoholsucht nicht heilbar. Kontrolliertes Trinken ist für einen trockenen Alkoholiker so gut wie unmöglich.
  • Das Suchtgedächtnis setzt sich in Gang
  • Ist der erste Schluck Alkohol getrunken, wird diese Erfahrung in den meisten Fällen sehr intensiv sein. Wie bei einer Jugendliebe, die man nach vielen Jahren wiedertrifft. Der Verlust von Hemmung, das steigende Selbstwertgefühl, die warmen Hände – all diese Erinnerungen kommen hoch. Die negativen Erfahrungen mit der Alkoholvergiftung hat der Körper gelernt zu verdrängen. Dieses intensive Gefühl lädt zur Wiederholung ein. Und genau dieser Prozess kann auch durch ein alkoholfreies Bier in Gang gesetzt werden.
  • Der Rückfall ist Symptom der Krankheit
  • Eine Mehrheit der alkoholkranken Menschen erleidet einen Rückfall. Nur wenige schaffen es, nach dem Entzug ein Leben lang abstinent zu bleiben. Der regelmäßige Besuch von Selbsthilfegruppen kann dabei helfen. Die Sucht findet vor allem im Kopf statt. Wer in der Therapie über diese Probleme spricht, hat es meist leichter. Doch Rückfälle sind auch nach vielen Jahren Abstinenz noch möglich. Leichtsinn, Schicksalsschläge und Beziehungsprobleme können der Auslöser sein.

 

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